pilum

2013/08/21

Dichtung und Wahrheit | Siri & Co.

Siri nervt! Zumindest mich und ich bin froh, dass man sie deaktivieren kann. Siri ist nicht irgendeine Dame, sondern nur deren Stimme. Die Stimme eines Spracherkennungsprogramms nämlich, das dem Apple-Konzern gehört und in den neueren Mobilprodukten dieses Unternehmens eingebaut ist. Ihr eigentlicher Auftrag ist der einer persönlichen Assistentin, die einem auf bestimmte Fragen antwortet. Siri hat eine natürlich klingende Stimme und einen Hauch von künstlicher Intelligenz.

Während der ersten paar Standardfragen klingt sie ganz vernünftig und ihre Antworten sind durchaus brauchbar. Auch die Kommandos, die man sonst über die Tastatur steuern müsste, führt sie korrekt und widerspruchslos aus. Sollten Sie allerdings der Versuchung erliegen, sie zum Diktat zu bitten, kann ich nur zu viel Geduld raten, denn Siris Gedächtnis ist schnell überlastet und Sie sollten Ihre Sätze kurz fassen und mit dem Befehl „fertig“ beenden, damit sie weiss, dass der Text jetzt digital ausgegeben werden muss. Und denken Sie daran: lange Sätze überfordern Siris Aufmerksamkeitsspanne. Das sollte sich Ihre Assistentin erlauben!

Seien wir nachsichtig mit Siri, schliesslich ist sie eine Spracherkennungssoftware und gehört in ein Teilgebiet der Informatik, welches unter dem Namen Künstliche Intelligenz bekannt ist.

Computer-Spiele basieren ebenfalls auf dieser Technologie. Da ein Spiel eine endliche Anzahl von Möglichkeiten hat, können diese – selbst wenn es Millionen sind – programmiert werden, so dass das System immer weiss, was zu tun ist. Keine Frage, alle Routine-Arbeiten kann eine Maschine schneller und besser erledigen, als Menschen, die noch anderen Einflüssen ausgesetzt sind.

Der Sprache hingegen sind kaum kombinatorische Grenzen gesetzt und es lässt sich bekanntlich schlecht vorhersagen, was das Gegenüber als nächstes sagen wird.

Wir sehen also, Künstliche Intelligenz hat ihre Grenzen, was nicht zuletzt an den Tücken des Begriffs Intelligenz liegt.

Einerseits halten wir Intelligenz für real, haben es andererseits aber noch nicht geschafft, eine eindeutige Definition dieses Begriffs zu liefern. Das hindert uns aber nicht daran, Test zu entwickeln, die am Ende eine Zahl ergeben, die unseren Intelligenzgrad angeben soll. So virtuell das alles ist, es schlägt sich in unserer Welt nieder. Ein Beispiel ist der so genannte Mensa-Club, der Menschen aufnimmt, die einen IQ-Test mit mindestens 130 abgeschlossen haben. Die Beobachtung, wie sehr einige darum kämpfen, in diese Vereinigung aufgenommen zu werden, lässt mich an der Realität ihrer Intelligenz zweifeln.

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