pilum

2013/08/28

Dichtung und Wahrheit | Zooinverse

Ein weiterer Teil der künstlichen Intelligenz ist Mustererkennung. Nicht, dass ich eine Expertin darin wäre, aber es scheint, als sei das eine echte digitale Herausforderung.

Beispielsweise gibt es Wissenschaftsprojekt namens Zooinverse. Darin kann jeder Laie helfen, Buchstaben alter Handschriften mittels Vergleich zu entziffern oder die Grösse von Kratern auf Planeten anhand einer Tabelle zu kategorisieren. Während das eine ziemlich basale Fähigkeit des menschlichen Gehirns ist, stellt es für die Informatik eine erhebliche Herausforderung dar. Unsere Spezies hätte vermutlich nicht überlebt, wenn sie giftige Beeren nicht von essbaren unterscheiden könnte.

Um zurück zur Frage nach Fiktion und Realität zu kommen, sei gesagt, dass diese „realistischen“ Vergleiche auf Bildern von Planeten gemacht werden, die keiner von uns je aus der Nähe sehen wird. Die Konterfeis sind von einer Raumsonde aufgenommen und per Satellit zu uns gebeamt worden.

Soweit es mich betrifft, habe ich den Überblick zwischen Dichtung und Wahrheit verloren und möchte mit einem (fiktiven) Gespräch zwischen einem Astronauten und einem Gehirnchirurgen schliessen:

Der Chirurg höhnt: „Ich bin durchs Weltall gereist, habe aber noch nie einen Engel gesehen.“

Antwortet der Angesprochene: „Ich operiere Gehirne und habe noch nie einen Gedanken gesehen.“

Unnötig zu sagen, dass ich Gedanken für realer halte als Engel. Ob ich damit Recht habe, wissen die Götter, deren Realität sich wiederum in den Gedanken des Einzelnen befindet.

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2013/08/21

Dichtung und Wahrheit | Siri & Co.

Siri nervt! Zumindest mich und ich bin froh, dass man sie deaktivieren kann. Siri ist nicht irgendeine Dame, sondern nur deren Stimme. Die Stimme eines Spracherkennungsprogramms nämlich, das dem Apple-Konzern gehört und in den neueren Mobilprodukten dieses Unternehmens eingebaut ist. Ihr eigentlicher Auftrag ist der einer persönlichen Assistentin, die einem auf bestimmte Fragen antwortet. Siri hat eine natürlich klingende Stimme und einen Hauch von künstlicher Intelligenz.

Während der ersten paar Standardfragen klingt sie ganz vernünftig und ihre Antworten sind durchaus brauchbar. Auch die Kommandos, die man sonst über die Tastatur steuern müsste, führt sie korrekt und widerspruchslos aus. Sollten Sie allerdings der Versuchung erliegen, sie zum Diktat zu bitten, kann ich nur zu viel Geduld raten, denn Siris Gedächtnis ist schnell überlastet und Sie sollten Ihre Sätze kurz fassen und mit dem Befehl „fertig“ beenden, damit sie weiss, dass der Text jetzt digital ausgegeben werden muss. Und denken Sie daran: lange Sätze überfordern Siris Aufmerksamkeitsspanne. Das sollte sich Ihre Assistentin erlauben!

Seien wir nachsichtig mit Siri, schliesslich ist sie eine Spracherkennungssoftware und gehört in ein Teilgebiet der Informatik, welches unter dem Namen Künstliche Intelligenz bekannt ist.

Computer-Spiele basieren ebenfalls auf dieser Technologie. Da ein Spiel eine endliche Anzahl von Möglichkeiten hat, können diese – selbst wenn es Millionen sind – programmiert werden, so dass das System immer weiss, was zu tun ist. Keine Frage, alle Routine-Arbeiten kann eine Maschine schneller und besser erledigen, als Menschen, die noch anderen Einflüssen ausgesetzt sind.

Der Sprache hingegen sind kaum kombinatorische Grenzen gesetzt und es lässt sich bekanntlich schlecht vorhersagen, was das Gegenüber als nächstes sagen wird.

Wir sehen also, Künstliche Intelligenz hat ihre Grenzen, was nicht zuletzt an den Tücken des Begriffs Intelligenz liegt.

Einerseits halten wir Intelligenz für real, haben es andererseits aber noch nicht geschafft, eine eindeutige Definition dieses Begriffs zu liefern. Das hindert uns aber nicht daran, Test zu entwickeln, die am Ende eine Zahl ergeben, die unseren Intelligenzgrad angeben soll. So virtuell das alles ist, es schlägt sich in unserer Welt nieder. Ein Beispiel ist der so genannte Mensa-Club, der Menschen aufnimmt, die einen IQ-Test mit mindestens 130 abgeschlossen haben. Die Beobachtung, wie sehr einige darum kämpfen, in diese Vereinigung aufgenommen zu werden, lässt mich an der Realität ihrer Intelligenz zweifeln.

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2013/07/24

Lob der Macht

Filed under: mehr als IT. deutsch. — Tags: , , , , — supernova @ 12:09 AM

Macht ist ein sehr aktuelles Thema mit schlechter Presse. Dabei ist Macht an sich etwas sehr positives, dessen Gegenteil die Ohnmacht ist. Das Substantiv Macht hat mit dem Verb machen zu tun, welches doch einiges an Kompetenz etwas bewegen zu können, in sich trägt. Ohnmacht hingegen, ist buchstäblich ohne Macht und damit tatenlos.

Das Problem, das die Macht hat, ist, dass die meisten von uns vor allem an deren Missbrauch denken. Mehr als 1000 Näherinnen verbrennen, weil ihr Vorgesetzter sie trotz des desolaten Zustands des Fabrikgebäudes zwingt, weiterzuarbeiten, irgendwelche Raffgeier höhlen ganze Unternehmen aus und Staatsoberhäupter werden in Ruby- und andern Prozessen verurteilt. Letzteres ist zwar irgendwie tröstlich, dass es jeweils so lange dauert, hingegen ernüchternd.

Machtmissbrauch scheint eng mit Geldgier und übertriebenem Geltungsdrang verbunden zu sein. Damit drängt sich die Frage auf, ob Macht grundsätzlich in die Hände der falschen Leute gerät.

Ich vermute vielmehr, dass es so ist, wie immer. Die schwarzen Schafe fallen am meisten auf und machen die besten Schlagzeilen, weshalb die meisten von uns einfach  keine «vernünftigen» Mächtigen kennen.

Macht hat ja auch viel mit Verantwortung zu tun und davon können und wollen Menschen nur eine gewisse Menge tragen. Ich nehme an, die Verantwortungsvollen halsen nur so viel Macht auf, wie sie managen können, während die anderen die Regenbogenpresse beschäftigen.

Da Verantwortung positiv konnotiert ist, kommen wir auch wieder zur positiven Sicht auf die Macht zurück. Zumindest in unseren Breitengraden sind wir nämlich sowohl selbstverantwortlich als auch selbstmächtig.

2013/07/17

Philosophie 4 | Philosophie im Projektalltag?

Zugegeben, die Frage, was genau Platon und Aristoteles in einem IT-Projekt zu suchen haben, ist gerechtfertigt.

Bei aller Geistesgrösse möchte ich auch keinen der beiden am Projektplan arbeiten lassen und es wäre mir auch nicht recht, wenn Immanuel Kant den Business Case schriebe.

Aber ganz zu Anfang habe ich erwähnt, dass Philosophie das Denken lehre und über Aussagelogik und diversen Theorien gesprochen.

Die Basis

Eigentlich sind das alles ganz basale Fähigkeiten, die sich in verschiedenen Gebieten anwenden lassen. Viele Philosophen sehen ihre Disziplin deshalb eher als Grundlage anderer Wissenschaften, denn als Wissenschaft für sich.

Wer einen Text auf Aussagelogik überprüft, macht nichts anderes als eine Analyse, indem er ganz genau liest. In einer Projektanalyse muss man bei den Interviews ganz genau hinhören, daraus einen roten Faden spinnen und auch die Projektdokumentation wird nach diesem System überprüft. Und das Leid mit den vielen Theorien kennt wohl jeder Projektleiter, der in seinem Projekt mehrere Abteilungen oder Firmen mit unterschiedlichen Interessen unter einen Hut kriegen muss.

Bei einer Projektrettung gibt es zusätzlich noch die Theorien darüber, welche Faktoren das Unterfangen entgleisen liessen. Um die relevanten Aussagen herauszufiltern,  muss man die richtigen Fragen stellen. Und wie ich schon sagte, lehrt die Philosophie einen das ganz besonders.

Unterhaltung

Falls Sie unsere Newsletters unterhaltsam finden, kann das durchaus damit zu tun haben, dass in der Philosophie auf Rhetorik (lateinisch Eloquentia) besonders viel Wert gelegt wird. :-)

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Dies ist vorerst der letzte Teil der philosophischen Zusammenhänge. Wenn Sie die früheren Artikel zu diesem Thema lesen möchten, klicken Sie bitte auf folgende Links.

2013/07/10

Philosophie 3 | Was macht Philosophie schwierig?

Bei genauerem Hinsehen – eigentlich sollte ich «hinlesen» sagen – ist Philosophie oft eine komplexe Angelegenheit.

Das hat sicher viele Gründe. Das hier ist meine Liste:

Sprache

Gehen wir einmal von den deutschen Philosophen aus. Wenn man deren Muttersprache teilt, müsste man ja annehmen, dass die es einem etwas leichter machen. Welch fataler Irrtum! Die Texte von Immanuel Kant beispielsweise sind nicht nur inhaltlich anspruchsvoll, sondern der Sprachstil muss bei vielen Schriften geradezu als hölzern bezeichnet werden. Andere wiederum verstehen sich als begnadete Etymologen, was alles sehr eindrucksvoll aussehen lässt, aber vom Inhalt nur bedingt bestätigt wird.

Theorien

Sprache und Theorie sind nicht immer zu trennen. Jemand, der eine Theorie entwickelt, die sehr weit vom Denken seiner Zeitgenossen entfernt ist, muss die Dinge oft mit ungewohnten Begriffen beschreiben. Wir werden wieder einmal Platon bemühen. Zu seiner Zeit gab es noch keine mathematische Sprache, weil diese Art des abstrakten Denkens von ihm gerade erst erfunden wurde. Deshalb ist sein entsprechender Text wirklich schwer zu verstehen. Er wirkt ungelenk, obwohl der Inhalt in meinen Augen als genial bezeichnet werden muss. Und selbstverständlich gibt es Theorien, die einem einleuchtender erscheinen als andere.

Logik

Philosophiestudenten müssen einen Logikkurs absolvieren, um Aussagen auf deren formale Korrektheit überprüfen zu können. Nicht nur, dass der Kurs staubtrocken ist, die Anwendung steht oft diametral zur Intuition. Selbst der haarsträubendste Inhalt kann zu formal korrekten Ergebnissen führen.

Die Qual der Wahl

Wie bereits erwähnt, gibt es seit ca. 2500 Jahren philosophische Lektüre. Auf der einen Seite ist dieser Reichtum unbezahlbar, auf der anderen nicht zu bewältigen. Allein schon alle so genannten Standardwerke zu lesen, übersteigt ein herkömmliches Studium. Ich habe der schieren Verzweiflung entgegengewirkt, indem ich mich für bestimmte Fragen und Epochen besonders zu interessieren begann. Ein Universalgenie wird man dadurch zwar nicht, aber immerhin hat man in einigen Themen einigermassen den Durchblick.

Geduld

Geduld ist die grösste Herausforderung für mich. Manchmal sucht man ewig, um beim Schreiben eines Aufsatzes weiterzukommen und es braucht wirklich Ausdauer, die eigenen Thesen  in einer Arbeit einwandfrei zu begründen.  Am schlimmsten sind für mich jedoch Autoren, die sich eines pathetischen Schreibstils bedienen, weil ich mich dann nicht mehr auf den Inhalt zu konzentrieren vermag. Ein Professor hat mir deshalb Recht einmal das Attribut «stilgetrieben» verliehen.

Und wo wir gerade bei Geduld sind: Ich habe Ihre auch schon ziemlich strapaziert, weil ich Ihnen immer noch die Anwendung der Philosophie im Projektalltag erklären sollte.

Die Erklärung erfolgt nächsten Mittwoch. Versprochen!
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2013/07/03

Philosophie 2 | Die Mathematik der Philosophie

Vor einiger Zeit hat eine Juristin bemerkt, dass das Studium der Philosophie eher anspruchslos sei. Auf meinen verständnislosen Blick reagierend meinte sie dann: «Na ja, es ist nicht wirklich schwierig, so wie Mathematik.»

Die Autorin ist keine Mathematikerin und kann über dieses Fach (leider!) wenig Qualifiziertes sagen.

Was ich aber sagen kann, ist, dass ursprünglich alle Mathematiker Philosophen waren, da die scharfe Trennung eine relativ neue Erscheinung ist. Die ersten Mathematiker, von denen wir wissen, sind die Pythagoreer, eine Gruppe von Philosophen, die sich im Dunstkreis des Pythagoras im 6. Jh. v. Chr. bewegten. Sie erinnern sich an den Satz des Pythagoras, nicht wahr? Für die Pythagoreer waren Zahlen aber nicht in erster Linie Zeichen, die eine Anzahl beschreiben, sondern sie waren selbst konkrete Wesen mit Eigenschaften und dass sie in Harmonie zueinander standen, war für die Welt selbst bedeutsam.

Bis zu Isaac Newton, der selbst noch Theologie studiert hatte und zu seiner Zeit als Philosoph bezeichnet wurde, war die Mathematik des griechischen Philosophen Platon das Mass aller Dinge. Newtons Hauptwerk, das 1687 erschien, hiess im Original übrigens «Philosophiae Naturalis Principia Mathematica» und der platonische Dialog, der auf das 4. Jh. v. Chr. datiert wird, ist unter dem Namen «Timaios» bekannt und offenbar sehr praxiserprobt, denn die Proportionen der Kathedrale von Chartres sind nach dem dort beschriebenen System ausgelegt worden.

Schön wärs!

Selbst Johannes Kepler hat sich nicht nur um Mathematik und Astronomie verdient gemacht, sondern sich auch stark mit den platonischen Körpern (und die sind alles, ausser einfach) befasst und angenommen, dass die Welt aus solchen bestünde.

Auch wenn ich von Mathematik herzlich wenig verstehe, habe ich für Keplers Theorie viel übrig, weil wir dann wenigstens eine verbindliche Antwort über das Wesen der Welt hätten, ich mit der Philosophie abschliessen und mich der Geometrie widmen könnte.

Nun, bisher hat sich Keplers Theorie in der Hinsicht nicht bestätigt. Daher werde ich weiterhin über Philosophie schreiben. Inwiefern diese schwierig sein kann, lesen Sie nächste Woche. Bis nächsten Mittwoch.

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Den ersten Teil zum Thema Philosophie können sie auf unserem Blog nachlesen.

2013/06/26

Story 07 | 2013 | Philosophie 1

Seit Wochen berichten wir über Social Media, Change-Management und Wachstum. Damit es nicht einseitig, wird habe ich entschieden, im Juli über philosophische Themen zu schreiben.

Was Philosophie nicht ist.

Vielleicht ist es klug, damit zu beginnen, was Philosophie NICHT ist.

Da ich dieses Fach studiert habe, wird mir oft unterstellt, dass man mit mir besonders gut diskutieren könne. Das mag sein, aber es hat wenig mit Philosophie zu tun.

Ich bin daher jeweils wenig geschmeichelt, weil ich im Unterton dieses Kommentars immer die Gleichung «Philosophie = Freies Assoziieren» höre. Und glauben Sie mir: Das hat wirklich gar nichts mit Philosophie zu tun. Weshalb das so ist und ich darauf etwas allergisch reagiere, erfahren Sie in einer Minute.

Was Philosophie leider auch nicht leistet, sind absolute Antworten auf alle grossen Fragen wie etwa die nach dem Sinn des Lebens oder dessen Entstehung. Wer absolute Antworten möchte, ist bei der Theologie zweifellos besser aufgehoben.

Also, was ist Philosophie?

Auch dazu, was Philosophie ist oder leistet, kann ich nur meine persönliche Ansicht anbieten. Die etymologische Erklärung, dass der griechische Begriff «philosophia» Liebe zur Weisheit bedeutet, dürfte die Frage auch nicht erschöpfend beantworten.

Philosophie ist eine Disziplin, die versucht, die Welt zu deuten. Dabei bezieht sie sich oft auf andere Wissenschaften oder bildet deren Grundlage, ohne selbst Teil davon zu sein. Allein, wenn man sich mit der abendländischen Version befasst (also die gesamten fernöstlichen oder schamanischen Weisheiten ausser Acht lässt), liest man gegen rund 2600 Jahre an, was die Tatsache, dass es zu jeden Thema viele Theorien gibt, augenscheinlich macht.

Damit dürfte auch geklärt sein, warum weder ich noch jemand anderes, der sich mit Philosophie befasst, endgültige Antworten geben kann. Aber wir können die besseren Fragen stellen!

Auf die Frage, was die Philosophie leistet, lautet meine Antwort, dass sie einen das Denken lehrt. Damit will ich keines Falls behaupten, dass alle anderen keinen klaren Gedanken fassen können. Was ich wirklich sagen will, ist, dass man sich konsequent in die Schuhe eines bestimmten Philosophen stellen muss, wenn man dessen Theorie – auch vor dem Hintergrund seiner Zeit und kulturellen Herkunft – verstehen will und seinen Gedanken folgen muss. Philosophie hat viel mit Logik und wie gesagt  wenig mit Assoziation zu tun.

In den nächsten Wochen erfahren Sie, was Philosophie mit Mathematik zu tun hat, weshalb sie schwierig sein kann und wie man sie im Projektalltag unterbringt.  Bis nächsten Mittwoch.

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Die monatlichen Storys  stehen jeweils auch als PDF auf unserer Website zur Verfügung.

2013/06/19

Risiko-Management

Wir haben die letzten drei Wochen über Wachstum und Risiken diskutiert. Genau wie ein Projekt Planung erfordert, muss auch Unternehmenswachstum geplant oder zumindest eine Strategie festgelegt werden.  Die Strategie hängt sicher von der Branche, in welcher ein Unternehmen sich bewegt, ab. Und natürlich von den finanziellen Mitteln, die zur Verfügung stehen.

Auch bei Projekten spielt das Budget eine Hauptrolle, weshalb es umso erstaunlicher ist, dass Risiken darin so oft nicht vorkommen. Dennoch bestätigt unsere Erfahrung, dass dem so ist.

Gemäss der Definition des Standards PRINCE2 sind Risiken Unsicherheiten mit zwei Aspekten. Ein ungewisser Vorfall mit potenziell negativer Wirkung ist eine Bedrohung, während eine ungeahnte Möglichkeit mit potenziell positiven Folgen als Chance bezeichnet wird. Kurzum: alle nicht berechenbaren Faktoren gelten grundsätzlich als Risiken.

Wie geht man mit Risiken um?

Risiken kann man akzeptieren, verringern, vermeiden oder versichern. Was man hingegen unterlassen sollte, ist, sie zu ignorieren. Alle möglichen Risiken müssen aufgelistet und kategorisiert werden. Bestimmt gähnen Sie schon, wenn Sie hier erneut lesen, dass die Risikoversicherung aus den Faktoren Eintrittswahrscheinlichkeit und Schadenshöhe errechnet wird.

Um zu entscheiden, wie mit einem Risiko umgegangen wird, muss es zwingend bewertet werden. «Bewertet» heisst in diesem Fall, dass ein Geldbetrag herauskommen muss, um die Schadenhöhe zu ermitteln. Das wiederum bedingt Sachkenntnis, weshalb Risiken in einem Team von Fachleuten und Projektmanagement erhoben werden müssen. Erst wenn das Management sich darüber im Klaren ist, was ein Schadenfall finanziell bedeutet, kann entschieden werden, ob man ihn verkraften könnte oder er so schwerwiegende Folgen hat, dass man das Risiko nicht eingehen kann, sondern eine neue Lösung evaluiert.

Die «positiven Risiken» – also die Chancen – sollten unbedingt mit anderen Abteilungen geteilt werden, damit man sie ggf. nutzen kann.

Seriöses und professionelles Risiko-Management beugt einer eventuellen Projektrettung vor. Wir beraten Sie gerne.

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Dies ist vorerst der letzte Beitrag zum Thema Risiko und Wachstum. Falls Sie die vorhergehenden Artikel zu diesem Thema lesen möchten, klicken Sie bitte untenstehende Links.

2013/06/10

| Montag | Monday | Booster

Für einen gelungenen Wochenstart

Wir wünschen Ihnen eine bewegende Woche mit guten Aussichten.

:-)

Have a Good Start into the Week

Drive it in your direction.

:-)

Beste Grüsse | Kind Regards

Brigitte Kobi

 

 

2013/06/05

Wachstum 2 | Modell & Form

Die mathematische Modellierung von Wachstum

Nachdem sich die Natur als Metapher für kommerzielles Wachstum als ungeeignet erweist, könnten wir es vielleicht mit der Mathematik versuchen. Nicht, dass die Autorin in dieser Disziplin eine Koryphäe wäre, aber es ist bekannt, dass diese Wissenschaft mit Modellen arbeitet, welche unterschiedliche Formen von Wachstumskurven (übrigens auch entsprechende Schrumpfung) beschreiben. Während mit dem linearen Wachstum eines gemeint ist, das sich konstant  – also ohne Abweichung – bewegt, scheint die exponentielle Methode nach dem Motto «wer hat, dem wird gegeben» zu arbeiten. Der Wachstumsfaktor richtet sich in diesem Modell nach dem Bestand. Je grösserer Letzterer ist, desto steiler die Wachstumskurve.

Das gefällt uns schon besser, oder? Und wenn wir schon die Wahl haben, nehmen wir doch gleich das exponentielle Wachstum, denken wir. Das aber bedingt einen etwas längeren Atem, als die bescheidenere lineare Kurve, die eigentlich eine Gerade ist. Wenn man es als Modell gezeichnet vor sich hat, merkt man, dass die lineare Version am Anfang viel ergiebiger ist, weil es eines bestimmten Bestands bedarf, bis das exponentielle Wachstum so richtig in Fahrt kommt.

Die mathematische Form von Wachstum entspricht eher der wirtschaftlichen Vorstellung, weil die Sache damit berechenbar wird.

Möglichkeiten des Wachstums

Was jetzt fehlt, sind nicht nur hehre Metaphern, sondern man muss auch noch definieren, was wachsen soll. Natürlich geht es in der Wirtschaft um Geld, aber dennoch gibt es unterschiedliche Varianten, seine Finanzen gesund zu halten und die eigene Marktstellung sichern oder zu verbessern.

Einerseits kann ein Unternehmen wachsen, indem es mehr Mitarbeiter anstellt und – falls es sich um einen Fertigungsbetrieb geht – neue Fabriken oder leistungsfähigere Maschinen anschafft. Damit könnte das Wachstum irgendwann einmal sogar exponentiell werden. Sie wissen selbst, dass der Zeitpunkt «irgendwann» – bekannt als ROI –  sowohl von der Höhe der Investition als auch vom Mehrwert, den Ihr Unternehmen damit erschaffen kann, abhängt.

Es gibt auch Firmen, die sich «gesund schrumpfen» und Jobs, die ihnen nicht erhaltenswert erscheinen, streichen. Andere wiederum überarbeiten Prozesse, bringen diese in Ordnung, sodass die Leute sinnvoller eingesetzt werden können. Auch Outsourcing in Billiglohnländer verspricht höhere Gewinne.

Eine weitere viel gepriesene Massnahme ist die Innovation. Das bedeutet, man erfindet Neues oder verbessert etwas Bestehendes. Vor allem, wenn es um Technologien geht, hat man oft den Eindruck, dass die neue Version des Produkts zwar anders aber deswegen noch nicht besser ist als der Vorläufer.

Egal, welche Variante wir wählen, ohne Risiko gibt es weder Unternehmen noch Wachstum. Bis nächsten Mittwoch.

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